Über das Leben

Der Weg

Juliana erzählt in einem lyrischen Artikel ihren Weg aus dem Regelschulsystem in die Freiheit – und zeigt uns, dass nicht wichtig ist, was uns trennt, sondern was uns verbindet.

Chaos macht sich breit, alles scheint sich zu drehen –
wo ist dein Herz, du spürst keinen Boden, wo sollst du jetzt stehen?
Wirrwarr tobt in deinem Kopf –vom Winde verweht.
Dein Herz, so schwer wie Blei
Wer ist es, der diesen Weg noch mit dir geht?
Fragen wirbeln um dich herum,
ein Tanz im Sturm der Unsicherheit.
alles dreht sich,
Du fühlst dich so vollgepackt mit Sorgen und doch so leer.
‚Sag, warum fällt mir jeder Schritt gerade schwer?‘

Sonnenstrahlen kitzeln dich,
Sommerwinde lassen dich durch Blumenfelder schweben.
Alles ist so viel leichter und heller in dir,
heute feierst du das Leben. 
Du lachst den Sorgenwolken hinterher,
winkst ihnen zum Abschied – ein letztes Mal?
Das Glück lädt dich ein zum Tanz.
Heute wirbelst du durch Zuckerwattewolken
und erstrahlst in hellem Glanz.

Regentropfen, schwer und dick,
rollen an der Scheibe herab.
Sie spiegeln dein Gesicht,
Tränen fallen zu Boden.
War doch gestern der Weg so klar,
heute scheinst du von Mauern umgeben.
Von oben lachen gehässige Gesichter dir entgegen
„Siehst du? Deine Blase wird platzen. Hah.“
‚Lebe ich in einer Schein-Welt?‘

Die Bauarbeiten beginnen.
Mit Helm und Hammer in der Hand
klopfst du Löcher in die Mauern –
‚Wenn ich nicht dran vorbeikomme,
geht der Weg halt oben drüber.‘
Mit Abenteuerlust und neuem Mut
beginnst du den Aufstieg.

Wackelig ziehst du dich von einem Stieg zum nächsten.
‚Ob ich das schaff? Ich kann nicht mehr.‘
Kräfte schwinden und das Ende
scheint kaum greifbar zu sein.
Mit zitternden Beinen und dem dröhnenden Lachen
der anderen in den Ohren –
stagnierst du.
‚Was, wenn ich doch alles hinschmeiß?
Vielleicht ist der andere Weg doch leichter.‘
Zweifel legen sich über dein Herz
wie eine Decke aus tonnenschwerem Blei.

Eine Hand legt sich dir auf die Schulter
du blickst auf.
„Der Weg ist alleine echt hart,
lass ihn uns gemeinsam gehen.“
Völlig überrascht,
reichst du deinem neuen Wegbegleiter die Hand
– der Aufstieg gelingt.
Von hier siehst du, was vor dir liegt.
„Es wird hart, aber wir sind nicht allein. –
Bist du bereit?“

Mit Werkzeug, Herz und Verstand
schreitet ihr den Weg entlang.
Längst nicht mehr allein,
geht ihr weiter –
mal schnell, mal langsam.
Über Berg und Tal,
Mauern und Wiesen,
reißende Flüsse und seichte Seen.
Der Weg ist noch nicht klar,
doch der erste Schritt ist getan.

Pause.
Wann hat der Schmerz angefangen
und warum sitzt er so tief?
Du setzt dich hin,
atmest tief ein und aus.
‚Lass alles zu, was kommt. Es muss raus.‘
Mit lieben Worten werden Pflaster auf alte Wunden geklebt,
endlich werden sie verarztet.
‚Ein Tag noch ruhen, dann geht die Reise weiter. Ich schaff das.‘

Gemeinsam seht ihr Wolken vorüberziehen,
hört erstes Gegrummel –
ein Gewitter zieht auf.
„Mir haben Geschichten immer geholfen, wenn ich Angst hatte.“
Also los, du erzählst mir eine Geschichte.

Du lässt neue Wege entstehen –
bist du bereit für ein Abenteuer?

Wir machen das zusammen

Wenn ich meinen Weg im Schulsystem bzw. aus dem Regelsystem beschreiben müsste, wären das die treffenden Worte dafür.
Nicht jeder Tag ist gleich und ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich schon gedacht habe „Wofür eigentlich?“. Doch jedes Mal gab es Menschen um mich herum, die gesagt haben „Wir machen das zusammen – egal, was kommt.“ Und ich bin dankbar dafür.
Ich bin dankbar für jeden Moment auf meinem bisherigen Weg.
Dieser Weg zeigt mir, dass nicht wichtig ist, was uns trennt, sondern das, was uns verbindet.

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